365 Euro-Ticket für Schülerinnen und Schüler

Das Land Hessen führte zum Schuljahresbeginn 2017 das in ganz Hessen und mancherorts auch über die Grenzen hinweg geltende Schülerticket für 365 Euro ein. Vorher war man mit seinem Jahresticket nicht nur an seinen Landkreis gebunden, sondern das Ticket war auch erheblich teurer.

Johanniskirche

Heute beginnen die Mainzer Abgeordneten Rheinland-Pfalz den Tag mit Gebet in unserer Johanniskirche. Danke an Pfarrer. Gregor Ziorkewicz, Dekan Andreas Klodt, Präses Birgit Pfeiffer.

Nino Haase punktet für Mainz


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Und ob wir Minigolf oder Rugby spielen, da einigen wir uns auch noch…

„13 Jah­re Dau­er­frust der Au­to­fah­rer“ In­ter­view: Statt schon im Jahr 2005 den Aus­bau der A643 vor­an­zu­trei­ben, wur­de den Um­welt­schüt­zern et­was vor­ge­macht – sagt der CDU-Po­li­ti­ker Gerd Schrei­ner

Allgemeine Zeitung, 1. Dezember 2018, Interview mit Markus Lachmann, WIES­BA­DEN/MAINZ. 

Hes­sen baut, Rhein­land-Pfalz schaut: Wäh­rend die neue Schiers­tei­ner Brü­cke mit sechs Spu­ren in Hes­sen schon in we­ni­gen Jah­ren fix und fer­tig sein wird, hat das Land Rhein­land-Pfalz so­eben erst den Bau­an­trag für die sechs­spu­ri­ge A643 ein­ge­reicht. Es könn­te noch ein Jahr­zehnt dau­ern, bis hier die er­sten Au­tos auf der aus­ge­bau­ten Au­to­bahn fah­ren wer­den. Wir spra­chen da­zu mit dem Main­zer CDU-Ab­ge­ord­ne­ten Gerd Schrei­ner.

Herr Schrei­ner, der Ver­kehrs­mi­nis­ter hat jetzt den An­trag für Plan­fests­tel­lung zum sechs­spu­ri­gen Aus­bau der A643 bei Mainz ein­ge­reicht. Freu­en Sie sich? 

Wir wis­sen seit 2005, dass die Vor­land­brü­cke bei Mainz ab­ge­ris­sen und neu ge­baut wer­den muss. Die Re­gie­rung hat jetzt 13 Jah­re ge­braucht, nur um die Un­ter­la­gen zu­sam­men­zu­stel­len. Wir ha­ben seit 13 Jah­ren Dau­er­frust der Au­to­fah­rer und ei­ne schwie­ri­ge Si­tua­ti­on für die Wirt­schaft auf bei­den Rhein­sei­ten. Das ist wahr­lich kein Grund zur Freu­de. Auch wur­de der Ter­min im­mer wie­der ver­scho­ben. 

Der am­tie­ren­de Ver­kehrs­mi­nis­ter Vol­ker Wiss­ing ist doch nicht der rich­ti­ge Adres­sat der Kri­tik. Er darf ja nur aus­löf­feln, was ihm an­de­re ein­ge­brockt ha­ben… 

Die ge­sam­te Lan­des­re­gie­rung steht in der Kri­tik. In Hes­sen hat man es ge­schafft, trotz Vo­gel- und Na­tur­schutz­ge­biet ei­ne neue Brü­cke samt Vor­land­brü­cke zu bau­en. Dort wur­de vom er­sten Tag an kons­truk­tiv das Ge­spräch mit den Um­welt­schüt­zern ge­sucht. In Gei­sen­heim wird ein Rhei­narm als Aus­gleich re­na­tu­riert. Des­halb hat man es in Hes­sen oh­ne Kla­gen ge­schafft. Auf rhein­land-pfäl­zi­scher Sei­te hat man den Um­welt­schutz­ver­bän­den mit run­den Ti­schen über Jah­re et­was vor­ge­macht, an­statt klar die Kar­ten auf den Tisch zu le­gen. So führt kein Weg da­ran vor­bei, dass ne­ben der al­ten Vor­land­brü­cke ei­ne neue ge­baut wer­den muss. Statt­des­sen wur­de so ge­tan, als kön­ne man mit ei­ner „4+2-Lö­sung“ mit dem be­ste­hen­den Brü­cken­bau­werk et­was ma­chen. Es war aber vom er­sten Tag an klar, das funk­tio­niert nicht. Der Brü­cken­trä­ger ist ka­putt. Das ist üb­ri­gens kein Vor­wurf an die Um­welt­schüt­zer, die ma­chen nur ih­ren Job. 

Was ist Ih­re Ein­schät­zung: Wann wer­den die er­sten Au­tos auf der sechs­spu­ri­gen A643 bei Mainz fah­ren kön­nen? 

Das wird um 2030 sein. Bis zu die­sem Zeit­punkt wer­den Au­to­fah­rer aus Hes­sen nur über ei­ne S-Kur­ve mit Tem­po­re­du­zie­rung nach Rhein­land-Pfalz kom­men. Wenn man be­denkt, dass der Neu­bau der Schiers­tei­ner Brü­cke und der Aus­bau der A643 die wich­tigs­ten Bau­vor­ha­ben hier in der Re­gi­on sind, dann kann man das nur noch als Ar­muts­zeug­nis der SPD-ge­führ­ten Lan­des­re­gie­rung wer­ten. 

Ist nicht die Quin­tes­senz die­ses Brü­cken­cha­os, dass man künf­tig Pla­nung und Bau aus ei­nem Guss braucht, auch län­der­über­grei­fend? 

Es gab ja ei­nen Ver­trag zwi­schen Hes­sen und Rhein­land-Pfalz für die­ses Pro­jekt. Al­ler­dings woll­te Rhein­land-Pfalz von dem Ver­trag dann nichts mehr wis­sen. 

Hät­te der Bau­un­fall 2015 ei­gent­lich ver­hin­dert wer­den kön­nen? 

Statt ei­ne neue Vor­land­brü­cke zu pla­nen und zu bau­en, wur­de ver­sucht, die al­te an der Ver­bin­dung zur neu­en Schiers­tei­ner Brü­cke zu er­tüch­ti­gen. Da­zu hat man Un­men­gen von Ze­ment­mör­tel in den Bo­den hin­ein­ge­presst, um dann kopf­schüt­telnd da­vor zu ste­hen, wa­rum denn so viel da­von im Bo­den ver­schwin­det. Und an­statt dann mal in­ne­zu­hal­ten, kam die An­wei­sung: Wei­ter­ma­chen. Dann darf man sich doch nicht wun­dern. Wir kön­nen nur froh sein, dass nie­mand zu Scha­den ge­kom­men ist. Das Kern­pro­blem ist das Jahr 2005. Da hät­te man die Pla­nun­gen zum Neu­bau der Brü­cke be­gin­nen müs­sen. 

Das In­ter­view führ­te Mar­kus Lach­mann. 

ZUR PER­SON 

Gerd Schrei­ner, 48, ge­bür­ti­ger Main­zer, Ar­chi­tekt . Ver­hei­ra­tet, drei Kin­der. 

Seit 1987 in der CDU, seit 1997 Ab­geord­ne­ter im rhein­land-pfäl­zi­schen Land­tag . Im Land­tag ist er haus­halts- und fi­nanz­po­li­ti­scher Spre­cher und Be­auf­trag­ter für Bar­rie­ref­rei­heit, In­klu­si­on und Teil­ha­be der CDU-Frak­ti­on. Von 1999 bis 2014 war er Mit­glied im Main­zer Stadt­rat.

Erster Haushalt mit Schuldenprobleme

FINANZEN: Dank hoher Steu­er­ein­nah­men und Aus­ga­ben­dis­zi­plin erneut ein Überschuss

Allgemeine Zeitung, 21. Dezember 2017, Peter Zschun­ke, MAINZ

Die Ab­schluss­rech­nung für das al­te Jahr ist noch nicht fer­tig, da be­gin­nen im Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um von Rhein­land-Pfalz be­reits die er­sten tech­ni­schen Ar­bei­ten für den künf­ti­gen Dop­pel­haus­halt 2019/20. „Das wird für uns ein ziem­lich span­nen­der Haus­halt“, sagt Fi­nanz­mi­nis­te­rin Do­ris Ah­nen (SPD). „Für das Haus­halts­jahr 2020 ha­ben wir zum er­sten Mal die ver­fas­sungs­recht­li­che Vor­ga­be, die Schul­den­brem­se ein­zu­hal­ten und ei­nen struk­tu­rell aus­ge­gli­che­nen Haus­halt vor­zu­le­gen.“

In dem noch lau­fen­den Zah­len­werk für die Ein­nah­men und Aus­ga­ben des Lan­des ist das noch nicht der Fall. Für das jetzt aus­klin­gen­de Jahr war die Auf­nah­me neu­er Kre­di­te von net­to 272,7 Mil­lio­nen Eu­ro ein­ge­plant, im näch­sten Jahr liegt die Net­to­kre­dit­auf­nah­me bei 54 Mil­lio­nen Eu­ro. Das struk­tu­rel­le De­fi­zit, al­so die Sche­re zwi­schen Aus­ga­ben und Ein­nah­men, be­rei­nigt um Kon­junk­tu­rein­flüs­se, ist aber noch hö­her: 352 Mil­lio­nen in die­sem und 198 Mil­lio­nen im näch­sten Jahr.

Ah­nen: Nicht auf gu­ten Zah­len aus­ru­hen

Trotz die­ser Pla­nung hat das Land im ver­gan­ge­nen Jahr im tat­säch­li­chen Voll­zug der Ein­nah­men und Aus­ga­ben ei­nen Über­schuss er­zielt. Dies wird nach An­ga­ben des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums vor­aus­sicht­lich auch 2017 der Fall sein. Wie hoch der Über­schuss ge­nau sein wird, steht erst An­fang 2018 fest. Be­reits 2016 hat­te das Bun­des­land 322 Mil­lio­nen Eu­ro mehr ein­ge­nom­men als aus­ge­ge­ben – erst­mals seit 1969.

Struk­tu­rell aus­ge­gli­chen be­deu­tet, dass der Haus­halt ab 2020 so auf­ge­stellt sein muss, dass auch in ei­ner schlech­te­ren Kon­junk­tur kein De­fi­zit ent­steht. „Man darf sich nicht auf gu­ten Zah­len aus­ru­hen, weil man im­mer Pha­sen über­ste­hen soll­te, die schlech­ter sind als jetzt“, sagt Ah­nen mit Blick auf das nun schon un­ge­wöhn­lich lan­ge an­dau­ern­de Wirt­schafts­wachs­tum.

Im Mai 2018 will die Lan­des­re­gie­rung die Eck­wer­te für den Dop­pel­haus­halt 2019/20 be­schlie­ßen. Da­nach be­gin­nen die ei­gent­li­chen Haus­halts­ver­hand­lun­gen mit den Staats­se­kre­tä­ren al­ler Res­sorts. Nach der Som­mer­pau­se – so der jet­zi­ge Plan – könn­te das Haus­halts­ge­setz dann im Mi­nis­ter­rat be­schlos­sen und dem Land­tag vor­ge­legt wer­den. Als Ziel nennt Ah­nen ei­ne Ver­ab­schie­dung des Haus­halts bis En­de 2018.

Dank spru­deln­der Steu­er­ein­nah­men konn­te das Land zu­letzt mit ho­hen Ein­nah­men von 16,4 Mil­li­ar­den (2017) und 17,0 Mil­li­ar­den Eu­ro pla­nen. Die künf­ti­ge Aus­stat­tung hängt auch da­von ab, ob sich die künf­ti­ge Bun­des­re­gie­rung zu ei­ner Steu­er­re­form durch­ringt und wie die­se aus­se­hen wird. „Je nach Aus­ge­stal­tung ei­ner Steu­er­re­form wä­ren von mög­li­chen Steu­er­ent­la­stun­gen auch die Län­der be­trof­fen, was sich auf die Ein­nah­men von Rhein­land-Pfalz aus­wir­ken wür­de“, er­klärt Ah­nen. Und auf der Sei­te der Aus­ga­ben gibt es für das Land ho­he An­for­de­run­gen beim Stra­ßen­bau, der in­ne­ren Si­cher­heit, der Bil­dung und Di­gi­ta­li­sie­rung.

Das wird auch von der Op­po­si­ti­on an­ge­mahnt: „Was fehlt, sind wich­ti­ge Zu­kunfts­in­ves­ti­tio­nen, vor al­lem in die In­fras­truk­tur“, sagt der haus­halts- und fi­nanz­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU-Frak­ti­on, Gerd Schrei­ner. „Die Am­pel-Re­gie­rung im Land in­ves­tiert das Geld nicht sinn­voll, son­dern ver­früh­stückt es für Zins­zah­lun­gen we­gen der ho­hen Haus­halts­schul­den oder Staats­hil­fen an den Käu­fer des Flug­ha­fen Hahn“.

Auch wenn der Haus­halt 2020 aus­ge­gli­chen ist, hat das Land noch ei­ne ho­he Schul­den­last von mehr als 32 Mil­li­ar­den Eu­ro an den Fi­nanz­märk­ten. Auch des­we­gen ist das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um we­nig ge­neigt, als ei­ne Art „Bad Bank“ zu­sätz­li­che Mil­li­ar­den von den Kom­mu­nen zu über­neh­men, wie es der Städ­te­tag Rhein­land-Pfalz mit Un­ter­stüt­zung der CDU for­dert.