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„Potenzial für richtig Ärger“

FINTHEN. Die Römerquelle soll ein neues Wohnquartier erhalten. Zwischen Sertoriusring und der A 60 plant ein privater Investor anstelle brach liegender Tennisplätze auf einem etwa einen Hektar großen Privatgrundstück die Errichtung von vier Wohngebäuden. Diese Planungen gefallen nicht jedem. So warnte Dr. Gerd Eckhardt (CDU) im Bauausschuss: „Das hat das Potenzial, dass es richtig Ärger gibt.“ Dennoch befürwortete der Ausschuss mehrheitlich das Konzept.

Wird der Körper zum Ersatzteillager?

Die Zahlen: 955 Organspender wurden im vergangenen Jahr gezählt. Auf der Warteliste für ein neues Herz, eine Niere oder eine Leber stehen jedoch 10 000 Menschen. Trotz diverser Versuche der Politik geht es bei diesem Thema nicht voran, im Gegenteil, die Zahl der Spender ging in den vergangenen Jahren zurück. Könnte eine sogenannte Widerspruchslösung den Trend umkehren? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte diese vorgeschlagen. Wird diese umgesetzt, gilt jeder Bundesbürger als möglicher Organspender, es sei denn, er hat zu Lebzeiten genau dieses abgelehnt. Derzeit gilt in Deutschland die Regelung, dass nur derjenige Spender ist, der zu Lebzeiten persönlich zugestimmt hat, und zwar schriftlich. Gibt es kein solches Dokument, dürfen die Angehörigen im Sinne des Spenders entscheiden. Es gibt keine einfachen Antworten. Es geht um die Frage, wann der Mensch überhaupt tot ist, es geht um Ethik und Religion, um Menschenwürde, ein selbstbestimmtes Leben und nicht zuletzt auch um die Angehörigen. Und es geht darum, sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen. Im Mainzer Landtag gab es dazu am Mittwoch eine „Orientierungsdebatte“ – 25 Redner aller fünf Parteifarben, ohne Fraktionszwang. Wie steht die Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Katholikin, langjährige Gesundheitsministerin, dazu? Die Triererin betont: Organspenden müssten immer ein „Akt der freiwilligen Solidarität“ bleiben, eine „bewusste Entscheidung“. Es gehe darum, zu entscheiden, wie man sterben wolle. Gleichzeitig gebe es auch eine Verantwortung gegenüber denjenigen – Stichwort 10 000 – die auf eine Organspende angewiesen seien. „Ich persönlich bin der Auffassung, dass man es von einem Menschen erwarten kann, dass er sich einmal in seinem Leben damit befasst.“ Eine Lösung könne sein, wenn die Bürger regelmäßig verbindlich befragt würden.