Vorteile für Pendler und Neustadt-Anwohner werden beim Rundgang mit der CDU betont

Allgemeine Zeitung, 25. März 2019, Damian Szul, MAINZ

Seit 18 Jahren wird darüber gesprochen, doch nun scheint der DB-Haltepunkt Schott, ganz in der Nähe der gleichnamigen Straßenbahnhaltestelle an der Hattenbergstraße, zumindest mittelfristig bis 2025 Realität zu werden. Zu diesem Thema luden Landtagsabgeordneter Gerd Schreiner und Neustadt-Ortsbeirat Karsten Lange (beide CDU) Bürger zu einem Rundgang ein.

Nur vier Bürger interessieren sich für Thema

Zwei ältere Anwohnerinnen der Hattenbergstraße folgten der kurzfristigen Einladung, aber auch die beiden Straßenbahnfreunde Wilfried Feind und Christian Fahner. Dass der Haltepunkt vor allem den Pendlern aus dem Rheinhessischen zum zeitsparenden Umsteigen dient, ist soweit klar. Wilfried Feind interessierte aber vor allem die Frage, ob der Nordbahnhof bestehen bleibe und wie die neue Lösung den Straßenbahnverkehr ergänzen könne. Laut Gerd Schreiner gebe es wegen der Bauaktivitäten im Zollhafen vielleicht eine Chance für den Bestand Nordbahnhof, der momentan wenig genutzt werde.

Straßenbahnfreund Fahner wünscht sich mehr integrierte Verkehrskonzepte für Mainz, auch im Hinblick auf die neue Citybahn. Für die CDU ist aber klar, dass die Planung neben dem Bahnverkehr auch Individualverkehr und Anwohner zu berücksichtigen habe. Die CDU-Politiker fordern einen neuen Bebauungsplan. Es sei „eine Riesenchance“ für Grundstücke und Geschäfte, wenn „in der Mitte zwischen Neustadt und Mombach im zehn Minuten-Takt Pendler ein- und aussteigen“, so Gerd Schreiner.

Ein räumlich naheliegendes Problem kam ebenfalls zur Sprache – die marode Hochstraße. Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) möchte deren Verkehr, wenn die Brücke nicht mehr nutzbar ist, nach unten zweispurig in die Hattenbergstraße verlegen. Das würde „nicht funktionieren“, sagt Schreiner, während sich Joachim Lieber, Mombacher Ortsvorsteher-Kandidat, für die Sanierung und Erhalt der Hochstraße als schnellsten Weg zum Hauptbahnhof ausspricht.

Beim Rundgang zeigte sich – neben grundsätzlicher Zustimmung und vielen Optionen – das Fehlen konkreter Lösungen. Ob bei der Finanzierung des zweistelligen Millionenprojekts die Kommune fast alle Kosten auf Bahn, Land und Landkreis abwälzen kann, wie es Karsten Lange verspricht, ist offen.