„Das Gu­ten­berg-Mu­se­um hat ei­ne De­ad­li­ne“

BÜRG­ER­INI­TIA­TI­VE: Bei Run­dem Tisch dis­ku­tie­ren BI-Ver­tre­ter mit Ober­bürg­er­meis­ter Mi­cha­el Ebling und De­zer­nen­tin Ma­ri­an­ne Gros­se

Allgemeine Zeitung, 30. Mai 2018, Paul Lassay, MAINZ.

Mit et­was Ab­stand se­hen die Din­ge doch ganz an­ders aus. Das gilt vor al­lem zeit­lich, aber manch­mal auch räum­lich. Und so wirkt der Ort des Run­den Tischs der Bürg­er­ini­tia­ti­ve dann doch gar nicht mehr so un­ge­wöhn­lich. In der denk­mal­ge­schütz­ten Vil­la Al­brecht in Bo­den­heim und da­mit weit ent­fernt vom um­käm­pften Lieb­frau­en­platz tra­fen sich die Ver­tre­ter der Bi­bel­turm-Geg­ner Ni­no Haa­se, Tho­mas Mann und Gre­gor Knapp mit Ober­bürg­er­meis­ter Mi­cha­el Ebling (SPD), Bau- und Kul­tur­de­zer­nen­tin Ma­ri­an­ne Gros­se (SPD), der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Ur­su­la Gro­den-Kra­nich (CDU), dem Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gerd Schrei­ner (CDU) so­wie den Stadt­rats­mit­glie­dern Kurt Meh­ler (FW-G) und Dr. Clau­di­us Mo­se­ler (ÖDP) und dem ehe­ma­li­gen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Jo­han­nes Gers­ter (CDU), um über die wei­te­re Ent­wi­cklung des Gu­ten­berg-Mu­se­ums zu dis­ku­tie­ren.

„Das ist ein sehr schö­nes Haus“, be­schreibt Ni­no Haa­se die Vil­la, in der ein BI-Mit­glied Bü­ro-Räu­me mie­tet. „An so ei­nem Ort, an dem sich je­der wohl­fühlt, ist es dann auch ein­fa­cher, ins Ge­spräch zu kom­men.“ Und die Stra­te­gie sei auf­ge­gan­gen, er­zählt der BI-Spre­cher. Es sei at­mo­sphä­risch ein „gu­tes Tref­fen“ ge­we­sen und das For­mat ha­be es er­mög­licht, of­fe­ner mit­ein­an­der zu spre­chen, „oh­ne Par­tei­en­dün­kel“. Ver­tre­ter des Mu­se­ums und der Gu­ten­berg-Stif­tung hät­ten al­ler­dings aus ter­min­li­chen Grün­den ge­fehlt. Grund­sätz­lich sei es bei dem et­wa zweis­tün­di­gen Ge­spräch da­rum ge­gan­gen, ab­zu­klop­fen, in wel­che Rich­tung es wei­ter­ge­he – so­wohl beim Gu­ten­berg-Mu­se­um als auch in Sa­chen Bürg­er­be­tei­li­gung. Ent­schei­dend sei: Durch die Brands­chutz­si­tua­ti­on ha­be das Mu­se­um ei­ne „De­ad­li­ne“, sagt Haa­se. „Ich fin­de das aber ganz gut, denn das er­zeugt Druck und Mo­ti­va­ti­on.“ Nun müs­se ge­klärt sein, wie viel Zeit blei­be, um Kon­zept, Fi­nan­zie­rung und kon­kre­te Ide­en zu ent­wi­ckeln. „Und man muss über­le­gen, wann man mit ei­nem Kon­zept raus­geht – und wie man das tut. Denn so wie es beim letz­ten Mal an­ge­dacht war, hat es nicht funk­tio­niert.“ Hin­sicht­lich der Ent­wi­cklung des Mu­se­ums ha­be die Bürg­er­ini­tia­ti­ve bei dem Tref­fen ge­for­dert, das The­ma Gu­ten­berg auf ei­ne an­de­re Ba­sis zu stel­len und ei­ne Ge­samt­idee zu ent­wi­ckeln, in die auch an­de­re Ak­teu­re in der Stadt ein­ge­bun­den wer­den soll­ten, wie die Jo­han­nes Gu­ten­berg-Uni­ver­si­tät und die Tou­ris­mus-Bran­che.

Er ha­be den Ein­druck ge­won­nen, dass die Bot­schaft aus dem Bürg­er­ent­scheid, dass man die Bür­ger­schaft ein­bin­den müs­se, bei der Stadt­spit­ze an­ge­kom­men sei, sagt der BI-Spre­cher. Die Ar­beits­werks­tatt, die die Stadt nun or­ga­ni­sie­ren will, wer­de der er­ste Test für die­se Be­reit­schaft. Ent­schei­dend wer­de da­bei auch sein, wie bin­dend die Er­geb­nis­se die­ses Gre­mi­ums sei­en. „Wenn der Rat das dann ein­fach nur zur Kennt­nis nimmt, geht das gar nicht“, be­tont Haa­se.

Ober­bürg­er­meis­ter Mi­cha­el Ebling (SPD) be­stä­tigt die at­mo­sphä­ri­sche Wahr­neh­mung des BI-Spre­chers. „Es war sehr an­ge­nehm und kons­truk­tiv.“ Das Tref­fen ha­be ge­zeigt, dass sich die BI ger­ne in Ver­ant­wor­tung neh­men las­se und sich auch zu­künf­tig en­ga­gie­ren wol­le. „Und wenn sie im Be­reich Spon­so­ring und Fun­drai­sing et­was mit­hel­fen wol­len, kön­nen wir das nur be­grü­ßen.“ Gleich­zei­tig müs­se klar sein, dass „die Fe­der­füh­rung nur bei der Stadt lie­gen kann“.

Auch wenn das Tref­fen kei­nen Punk­te­plan her­vor­ge­bracht ha­be, so ha­be man doch die Rol­len klä­ren kön­nen. Als näch­ster kon­kre­ter Schritt ste­he nun die er­ste Sit­zung der ex­tern mo­de­rier­ten Ar­beits­werks­tatt an, die En­de Ju­ni ta­gen soll. Dort müs­se dann die Agen­da ge­klärt und be­spro­chen wer­den, wie die Ar­beit or­ga­ni­siert wer­de, wer wie ein­zu­be­zie­hen sei. Die BI je­den­falls ha­be die Mög­lich­keit, an der wei­te­ren Ent­wi­cklung „an pro­mi­nen­ter Stel­le“ mit­zu­wir­ken.

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