Als Re­gi­on auf Ge­samt­kon­zept ei­ni­gen

RHEIN­HES­SENS­TRAS­SE: Land­rä­tin Do­ro­thea Schä­fer dis­ku­tiert mit CDU-Ver­bän­den ak­tu­el­le Ver­kehrs­si­tua­ti­on auf L 425

Allgemeine Zeitung, 2. März 2018, Mi­cha­el Hein­ze, NIEDER-OLM.

„Ein Dia­log und ei­ne ge­mein­sa­me Stra­te­gie sind drin­gend not­wen­dig“, be­ton­te Land­rä­tin und CDU-Kreis­vor­sit­zen­de Do­ro­thea Schä­fer bei der In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung „Quo Va­dis Rhein­hes­sens­tra­ße“ zur ak­tu­el­len und künf­ti­gen Si­tua­ti­on der wich­ti­gen Ver­kehrs­ader zwi­schen Kön­gern­heim und Hechts­heim, zu der der CDU-Ge­mein­de­ver­band Nie­der-Olm und die CDU-Stadt­be­zir­ke Ebers­heim und Hechts­heim in die Lud­wig-Eckes-Hal­le ge­la­den hat­ten. „Wir müs­sen uns als kom­plet­te Re­gi­on auf klu­ge Lö­sun­gen und ein Ge­samt­kon­zept ei­ni­gen.“ Das größ­te Pro­blem sei, „dass der In­di­vi­du­al­ver­kehr mit dem Bus­ver­kehr gleich­er­ma­ßen hin­ter­ein­an­der im Stau seht“, sag­te Schä­fer den 80 Zu­hö­rern. „Ich bin schon vor 35 Jah­ren zwei Bus­se frü­her in die Stadt ge­fah­ren, da­mit ich pünkt­lich in der Schu­le war“, är­ger­te sich VG-Bürg­er­meis­ter­kan­di­dat Ste­fan Kneib.

Stra­ße „ele­men­tar wich­tig“ für VG Nie­der-Olm

Für die VG Nie­der-Olm sei die Rhein­hes­sens­tra­ße „ele­men­tar wich­tig“. Für die Main­zer Stadt­rä­tin An­et­te Oden­wel­ler aus Ebers­heim („Die Ka­pa­zi­tä­ten sind schon lan­ge aus­ge­schöpft“) ist es ein Un­ding, dass nie­mand an die Be­rufs­pend­ler den­ke. „Die Pla­nun­gen hät­ten schon vor zehn Jah­ren um­ge­setzt wer­den müs­sen“, ap­pel­lier­te sie für „groß­flä­chi­ges Den­ken“. Ge­nau­so wie der Hechts­hei­mer Orts­vor­ste­her Franz Jung: „Wir dis­ku­tie­ren und dis­ku­tie­ren – und die Si­tua­ti­on wird im­mer schlim­mer.“ Das Ge­fühl lässt sich mit den Zah­len des Lan­des­be­triebs Mo­bi­li­tät be­le­gen. Je nä­her man dem Au­to­bahn­ring kommt, um­so grö­ßer sei die Be­la­stung – 22 000 Au­tos in 24 Stun­den zwi­schen Ebers­heim und Hechts­heim. „Ein Rie­sen­pro­blem“ sei dies auch für die Orts­ker­ne. Span­nend sei die Prog­no­se, wo­nach zwi­schen Wirt­schafts­park Süd und A 60 bis 2030 das Ver­kehrs­auf­kom­men um 206 Pro­zent stei­gen wer­de. In Ebers­heim, Harx­heim und Gau-Bi­schofs­heim wür­den sechs bis 20 Pro­zent mehr er­war­tet.

Von den dis­ku­tier­ten Va­ri­an­ten sei ein­zig der vier­spu­ri­ge Aus­bau plus Wirt­schafts­weg mit ei­ner Stra­ßen­brei­te von 21 Me­tern sinn­voll. Kos­ten­punkt: 7,3 Mil­lio­nen Eu­ro. „Wo­bei das teu­rer wer­den wird“, weiß der Land­tags­ab­geord­ne­te Gerd Schrei­ner. Doch das Geld sei gut in­ves­tiert. Bei der güns­tigs­ten Lö­sung spa­re man ein paar Mil­lio­nen. „Aber das bringt nicht die Leis­tungs­fä­hig­keit, die man braucht. Wäh­rend der Bau­zeit gä­be es ein Cha­os, da­nach wä­re die Si­tua­ti­on ge­nau­so wie bis­her.“ Fa­zit des Ar­chi­tek­ten: „Wenn wir et­was ma­chen, müs­sen wir es rich­tig ma­chen und Platz schaf­fen für ei­nen Kor­ri­dor der In­fras­truk­tur. Die­se Stra­ße ist das Rück­grat für ei­ne ge­sun­de Ent­wi­cklung ins Rhein­hes­si­sche hin­ein.“ In der Dis­kuss­ion mit den Po­li­ti­kern nann­te es ein Mann ei­nen „Schild­bür­gers­treich er­ster Sor­te, auf ei­nem Ki­lo­me­ter drei Am­peln zu in­stal­lie­ren“. Die Lö­sung sei ein in­tel­li­gen­ter Kreis­ver­kehr. „Da wird der Ver­kehr lang­sa­mer – aber er fließt.“ An­de­re sag­ten, dass auch Krei­sel kei­ne Pa­tent­lö­sung sei­en. In den Au­gen der Klein-Win­tern­hei­mer Orts­bürg­er­meis­te­rin Ute Gra­nold kann „nur der Druck von der Ba­sis hel­fen“, um den Ent­schei­dungs­trä­gern „Dampf zu ma­chen“. Der Land­tags­ab­geord­ne­te Tho­mas Barth be­kräf­tig­te zu­dem: „Der Auf­ruf zum Auf­ruhr ist ab­so­lut nach­voll­zieh­bar.“ Land­kreis und Stadt Mainz müss­ten sich end­lich ei­ni­gen. Der Ebers­hei­mer CDU-Vor­sit­zen­de Karl-Heinz Fried­rich kün­dig­te ei­ne „Bürg­er­ini­tia­ti­ve Rhein­hes­sens­tra­ße“ an, von der „ein Im­puls an die Po­li­tik“ aus­ge­hen sol­le.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.