CDU will Ci­ty-Bahn und neue Brü­cke

MIT­GLIE­DER­DIA­LOG: Main­zer Christ­de­mo­kra­ten su­chen Schul­ter­schluss mit Wies­ba­de­ner Kol­le­gen

Allgemeine Zeitung, 2. Februar 2018, Tor­ben Schrö­der, MAINZ.

Die Main­zer CDU will sich für ei­ne „Ci­ty-Bahn Plus“ ein­set­zen, die mit ei­ner wei­te­ren Rhein­brü­cke ein­her­geht. Ih­re Über­le­gun­gen stell­ten die Par­tei-Vor­de­ren im Rah­men ei­nes Mit­glie­der­dia­logs vor, bei dem es kon­tro­vers und durch­aus auch emo­tio­nal zu­ging. Das Stim­mungs­bild der Ba­sis ist viel­fäl­tig. „Wir ha­ben kei­ne Mehr­heit im Stadt­vor­stand und im Stadt­rat“, be­ton­te Frak­ti­ons­chef Hanns­georg Schö­nig. Des­halb ha­be man sich in den Wies­ba­de­ner Christ­de­mo­kra­ten ei­nen Bünd­ni­spart­ner ge­sucht – und sei nun auf die Mit­glie­der an­ge­wie­sen, die im Rah­men der Bürg­er­be­tei­li­gung die Vor­ha­ben der CDU un­ter­stüt­zen. „Wir soll­ten al­le Kräf­te da­rauf aus­rich­ten, dass wir ei­ne Brü­cke be­kom­men“, for­der­te Schö­nig.

„Die Ci­ty-Bahn ist erst mal ei­ne gu­te Idee“, hielt der ver­kehrs­po­li­ti­sche Spre­cher Tho­mas Gers­ter fest. Da­mit, dass sie über die Theo­dor-Heuss-Brü­cke ver­lau­fen soll, müs­se man sich ab­fin­den. Doch es dür­fe die Stra­ßen­bahn­ver­bin­dung zwi­schen Mainz und Wies­ba­den, wie der Land­tags­ab­geord­ne­te Gerd Schrei­ner be­ton­te, nur in Kom­bi­na­ti­on mit ei­ner zu­sätz­li­chen Rhein­brü­cke ge­ben. Vor­ge­schla­gen wird ei­ne zu­sätz­li­che Tras­sen­füh­rung über die Pe­ter­saue, die auch für Au­tos und Fahr­rä­der zu be­fah­ren sein soll. Da­mit las­se sich ein wei­te­rer Ver­kehrs­ring ent­wi­ckeln, der die In­nens­tadt ent­la­stet. „Meh­re­re Schwach­punk­te“ sieht Gers­ter bei der an­ge­dach­ten Tras­sen­füh­rung ent­lang der Gro­ßen Blei­che. Der In­di­vi­du­al­ver­kehr wür­de lei­den, Park­plät­ze in gro­ßer Zahl weg­fal­len, ei­ne Rei­he Park­häu­ser wä­re kaum noch zu er­rei­chen. Statt­des­sen schlägt Gers­ter ei­ne Stre­cke von der Theo­dor-Heuss-Brü­cke aus Rich­tung Sü­den die Rheins­tra­ße ent­lang vor, bis in die Quin­tinss­tra­ße, Rich­tung Höf­chen und über die Lud­wigss­tra­ße bis zum Schil­ler­platz. An­dern­falls „wird es die Gro­ße Blei­che, wie wir sie ken­nen, nicht mehr ge­ben“, warn­te Schrei­ner: „Es wä­re dann kei­ne In­di­vi­du­al­ver­kehrs­stra­ße mehr, und da­mit hät­ten wir ein Pro­blem.“ Ei­ne „Fuß­gän­ger­zo­ne in der Gro­ßen Blei­che“ fän­de Ver­kehrs­de­zer­nen­tin Ka­trin Eder „wun­der­bar, wir fin­den das furcht­bar“.

Als „Zu­kunfts­pro­jekt“ und „ein­ma­li­ge Chan­ce“ sieht der frü­he­re CDU-Bürg­er­meis­ter Nor­bert Schü­ler die Ci­ty­bahn an – und be­merk­te, oh­ne wei­te­re Brü­cke kön­ne er sich die Um­set­zung nicht vor­stel­len. Auch die Wies­ba­de­ner CDU ste­he hin­ter die­sem Vor­schlag, un­ter­strich Schö­nig. Un­ter den Main­zer Mit­glie­dern herrscht durch­aus Skep­sis ge­gen­über dem Ci­ty-Bahn-Pro­jekt ge­ne­rell. Vor al­lem Bret­zen­hei­mer CDU­ler ver­wei­sen auf Ne­ga­tiv-Er­fah­run­gen mit der Main­zel­bahn.

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